Hamburg | 30.Jan.2018


Das Feuerregressverzichtsabkommen wurde abgeschafft

was bedueted das für Sie?

Werfe man einen Blick in die Annalen der Haftpflichtversicherungen, würden drei Reaktionen folgen:
Ein ungläubiges Kopfschütteln, ein verlegenes Kichern oder ein überraschtes Stirnrunzeln. Was damals alles so ging oder eben nicht ging. Ja, seit dem 19. Jahrhundert hat sich reformtechnisch wahrlich viel getan, ein Grundsatz blieb jedoch immer und weltweit gleich:

Wer anderen widerrechtlich einen Schaden zufügt, muss ihn auch ersetzen!

Eine wichtige Regelung, die primär zwar andere Versicherungssparten betraf, doch nun nicht unerhebliche Auswirkungen auf den privaten oder gewerblichen Haftpflichtschutz hat, wurde in den 1960er Jahren eingeführt zu einer Zeit, in der die Deckungssummen quer durch alle Haftpflichtsparten noch nicht sonderlich hoch waren und damit eine risikogerechte, ausreichende Abdeckung oftmals schwierig darzustellen war.

Diese Regelung das Regressverzichtsabkommen (RVA) betraf in erster Linie Hausbesitzer und sollte diese vor existenzbedrohenden Schadenersatzforderungen im Feuerschadenfall schützen.

Erklärung: Bei einem Brand, der auf ein angrenzendes Gebäude überspringt, kann der Feuerversicherer des dadurch ebenfalls beschädigten Gebäudes Regressanspruch gegen den Brandverursacher bzw. dessen Gebäudeversicherer stellen, sofern diesem ein Verschulden trifft. Aus diesem Grunde hatten sich Feuer-, Wohngebäude- sowie Hausratversicherer damals verpflichtet, auf sie übergegangene Schadenersatzansprüche von mehr als 150.000, doch maximal 600.000 Euro unter bestimmten Voraussetzungen ("Bestimmungen für einen Regressverzicht der Feuerversicherer bei übergreifenden Schadenereignissen) nicht geltend zu machen (z. B. ein nur leicht fahrlässig verursachter Schaden).

Da heutzutage jedoch andere Möglichkeiten bestehen, sich im privaten wie im gewerblichen Haftpflichtbereich mit ausreichend hohen Versicherungssummen abzusichern und die im RVA geregelten Fälle ohnehin nur einen Teil möglicher Schäden (z. B. grob fahrlässig verursachte Schäden) darstellte, wurde es eingestellt. Die Regelung hatte sich einfach überlebt.

Haben Sie einen halbwegs zeitgemäßen Vertrag, wird der Wegfall des Feuerregressverzichtsabkommens keinerlei Auswirkungen für Sie haben. Können Sie für einen Schaden, der in das Abkommen gefallen wäre, haftbar gemacht werden, wird ein moderner Vertrag einfach in die Bresche springen.

Auch auf den Gewerbebereich wirkt sich der Wegfall des Regressverzichtsabkommens aus. In jüngerer Vergangenheit war es Usus, sich auf (vergleichsweise) niedrige Versicherungssummen zwei oder drei Millionen zu beschränken. Das mag zwar im Einzelfall ausreichend sein, doch generell dürften solche Deckungssummen zukünftig als zu niedrig angesehen werden.

In der Summe ist der Wegfall des Feuerregressverzichtsabkommens für den Großteil wohl keine große Sache. Lediglich für uralte Verträge kann der Wegfall von größerer Bedeutung sein. Gerne prüfen wir Ihren Vertrag unverbindlich und kostenfrei.